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Nach der Chubut-Wolle habe ich mich der edelsten und teuersten der bestellten Fasern zugewandt: Tussahseide im Kammzug. Ein unglaublicher Glanz, ganz leicht zu verspinnen und so reißfest, dass man quasi beliebig weit ausziehen kann. Interessant war auch die Färbung: Ich habe den Kammzug mit schwarzer Lebensmittelfarbe (Säurefarben, nicht E153/Pflanzenkohle) gefärbt, die mir auf Wolle zuverlässig neutralgrau geliefert hatte wie z.B. bei dieser Mütze. Auf der Seide ergaben sich zu meiner Überraschung deutliche Blautöne. Leider hatte ich versäumt, den Kammzug aufzulockern, so dass die meiste Farbe auf der Außenseite geblieben ist. Dadurch fallen die Blautöne nach dem Verspinnen deutlich heller aus. Dieses Eisblau passt recht gut zur eher kühlen Haptik der Seide. Wenn es mir doch zu hell ist oder nicht zu dem passt, was letztlich daraus werden wird (ich habe bisher höchstens vage Ideen), werde ich das fertige Garn ggf. noch einmal überfärben.
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Mein Spinnrad hat tatsächlich in den ca. 11 Jahren, die ich es jetzt besitze, niemals etwas anderes gesehen als Schafwolle. So einige verschiedene Rassen, aber immer vom Schaf. Irgendwie auch naheliegend, weil ich von den Schafen her zum Spinnrad kam und nicht umgekehrt. Trotzdem: Irgendwann ist die Zeit für Abwechslung gekommen, und so erreichte mich etwa zur Wintersonnenwende ein Paket mit ganz vielen verschiedenen Fasern. Angefangen habe ich nach einigem Befühlen und Streicheln dann aber doch wieder mit Schafwolle, nämlich eine unter der Bezeichnung "Chubut" angebotene. Laut Wikipedia ist das keine eigene Rasse, sondern die Bezeichnung einer Region in Argentinien, wo v.a. Schafe vom Merino-Typ gehalten werden. Ziemlich weite Anreise also, trotzdem ist es meiner Erinnerung nach die günstige Kammzug-Wolle, die ich je erstanden habe. Ich mag naturfarbene Wolle sehr gern, wenn es nicht wollweiß ist, und die Wolle ist ziemlich weich und ließ sich sehr gut verspinnen. Meine Idee, ein Tweedgarn zu spinnen und das später zu weben, hatte allerdings mehr Haken, als ich aufzählen kann. Angefangen mit Schwierigkeiten, kontrolliert dick und dünn zu spinnen, über eine Färbung, die sich auf der trotz Mischen mit weißer BFL-Wolle immer noch ziemlich dunklen Wolle ganz anders entwickelte als geplant, bis hin zum Fehlen eines Webrahmens. Aus den insgesamt ca. 350 g sind während der Rauhnächte (wo nur Hexen spinnen dürfen oder so ähnlich) 2 Stränge Chubut pur geworden, zweifädig verzwirnt, die als Kette geplant waren, und dann noch 2 dickere, mit weiß gemischte Singlegarne für das Schussgarn mit bunten Flecken, vorwiegend aus dem Blau-Grün-Spektrum. Ob das Webprojekt jemals umgesetzt wird, weiß ich nicht, aber ich habe es testweise kurz angestrickt, um zu schauen, wie sich die bunten Tupfen so machen, und bin seitdem wieder versöhnt mit dem "misslungenen" Garn. Tweed ist das natürlich nicht, dafür fehlen die "Nuppsies", aber trotzdem finde ich die Optik auch verstrickt recht ansprechend.
Spannend wird dann noch die Frage, wie stark die Wolle zum Filzen neigt. Im Onlineshop war die Angabe "Zum Einfilzen geeignet", was üblicherweise auf nicht oder schlecht filzenden Materialen wie Seide oder Downbreed-Wolle hindeutet, das ließ mich hoffen. Die Verwandschaft zu Merinoschafen, die ich erst später recherchiert hatte, nimmt allerdings einen Teil der Hoffnung wieder. Wir werden sehen... Irgendwann im letzten Sommer hatte ich mir vorgenommen, am Spinnrad endlich mal etwas neues auszuprobieren anstatt meine zwei- oder dreifädigen "Allzweck-Garne". Vor kurzem war der Moment gekommen. Zuerst hatte ich mich an dick-und-dünn versucht, also absichtlich an bestimmten Stellen (etwa bei Farbwechseln) kaum ausziehen und wenig Drall geben, dann wieder normal weiterspinnen. Ich hatte das in einem Video von Flinkhand gesehen, da sah es ziemlich einfach aus. Und schließlich sind meine ersten handgesponnene Garne doch auch dick-und-dünn gewesen, oder etwa nicht? Der Knackpunkt ist indessen "absichtlich an bestimmten Stellen", das ist dann plötzlich gar nicht mehr leicht. Mit den Ergebnissen war ich eher unzufrieden und habe das Projekt fürs erste auf Eis gelegt. Stattdessen habe ich mich zunächst an Spiralgarn versucht und dann direkt mit Bouclé weitergemacht. Das war gleich beim ersten Versuch schon vielversprechend, im zweiten Anlauf noch besser und macht total Spaß. Es sind allerdings ziemlich viele Einzelschritte: 3 Single-Fäden plus 2x Verzwirnen, und bei mir noch zusätzlich einen Teil des Dralls nach dem ersten Zwirnen wieder herausnehmen, also einmal "leer" mit wenig Drall in Gegenrichtung spinnen, damit sich die Schlaufen schon etwas öffnen, bevor sie im zweiten Zwirnvorgang fixiert werden. Das tolle an Bouclé ist, dass es anders als viele andere Arten von Effektgarnen nicht nur gewebt gut zur Geltung kommt, sondern auch bestens zum Verstricken geeignet ist (vorzugsweise glatt rechts, das hat mir am besten gefallen, oder glatt links für eine noch plüschigere Optik). Und erstaunlicherweise scheint die Struktur des Garns nahezu vollständig zu verhindern, dass sich glatt rechts Gestricktes an den Rändern rollt, sowohl an der Anschlagkante als auch an den Seiten. (Bisher nur ziemlich flaue Handyfotos. Ich hoffe, es kommen nach und nach noch mehr dazu, ich bin mit diesem Thema nämlich noch nicht durch.)
Wenn draußen die Herbststürme toben, ist es wohl nicht wirklich ein Frühlingsjäckchen, aber es ist tatsächlich endlich fertig. Proudly presenting: Mein "Shrug", Bolerojäckchen oder wie auch immer. Gewichtsklasse: Fliegengewicht, gerade mal 133 g. Die Form mit dem nur taillenkurzen Rücken und den langen, sehr spitz zulaufenden Enden gefällt mir gut, und sie erlaubt als weitere Tragvariante, die Vorderseiten zu überkreuzen und die Enden im Rücken zu binden statt vorn. Ein Thema für sich waren die Rüschen. Sie sind mit dreifacher Maschenzahl gestrickt, und ich wusste schon bei den Ärmeln, wie sehr ich das Stricken der unteren an der langen Kante hassen würde. Vorher dachte ich, die Rüschen wären bei dieser Art von luftigen, vorn geknoteten Shrugs ein absolutes Muss, aber so richtig gut gefällt mir das inzwischen gar nicht mehr. Irgendwie... ein bisschen drüber. Die nächste vielleicht ohne, mal sehen. Ich hatte überlegt, mich an einer Anleitung zu versuchen, und habe ziemlich viele Notizen gemacht. Jetzt schwirren mir zwar schon die Ideen für eine verbesserte Version 2 im Kopf herum, aber vielleicht schreibe ich die Anleitung für diese trotzdem mal nieder und stricke dann beim nächsten #FJKA mit etwas Variationen nach der, um sie zu testen. Nanu, kein einziger Post den ganzen August hindurch? Untätig war ich nicht, sondern habe fleißig für ein neues Projekt gesponnen und gestrickt. Kennt ihr diese hauchzarten Strickjäckchen, die vorn geknotet werden und oft an Ärmeln und Saum eine Rüsche haben? Sowas in etwa: https://www.amazon.de/SHU-SHI-Strickjacke-durchsichtig-leicht-Einheitsgr%C3%B6%C3%9Fe/dp/B01M3VETP5/ oder https://www.amazon.de/Bolero-Jacke-Strickware-schlicht-Schn%C3%BCren-Braun/dp/B0114P63C8/ (keine Affiliate-Links geschweige denn eine Kaufempfehlung, sondern lediglich zwei mehr oder weniger willkürliche Beispiele) Ich besitze so etwas nicht und würde es mir auch nicht kaufen, bzw. wenn dann nur synthetikfrei, und das ist kaum zu finden. Also warum nicht einfach selbst stricken? Und wenn, dann definitiv als Raglan, nicht mit eingesetzten Ärmeln wie alle zum Verkauf angebotenen, die ich bis jetzt gesehen habe. Meine Suche bei Ravelry nach Anleitungen blieb zunächst erfolglos. Später habe ich doch noch eine gefunden, aber da hatte ich schon losgelegt: https://www.ravelry.com/patterns/library/indifference Mein Plan ist ein wenig anders, was die langen Zipfel zum Verknoten angeht. Ich habe dafür keine Maschen neu aufgenommen, sondern erhöhe die Zunahmen an den seitlichen Rändern im unteren Teil auf 2 Maschen in jeder 2. Reihe. Damit der Rücken nicht zu lang wird, werden später noch verkürzte Reihen zum Einsatz kommen, aber so weit sind wir noch nicht... Viele lieben sie, nicht wenige stellen sie als absolut unverzichtbar dar. Gerade die handgemachten sind mitunter sehr dekorativ, das gebe ich gern zu, aber ich mag Maschenmarkierer überhaupt gar nicht und setze sie nur ganz, ganz selten ein. Meine ganz pragmatische Alternative sind Garnreste, gern in Kontrastfarben und zwar nicht wie häufig empfohlen zerschnitten und zu kleinen Schlaufen geknotet, sondern ganz schlicht an der zu markierenden Stelle zwischen zwei Maschen alle x Reihen oder Runden von der Vorder- auf die Rückseite geführt bzw. umgekehrt. Wie groß x ist, hängt dabei ganz von den Umständen ab. Stricke ich auf dem Nadelspiel in Runden und will den Rundenanfang markieren, benutze ich vier gleichfarbige und eine andersfarbige Nadel (zum Glück gibt das mein Fundus in der Regel her), und immer wenn diese den Rundenanfang überquert, sind 5 Runden gestrickt und der Markierungsfaden wechselt die Seite. Dies hat noch einen äußerst praktischen Nebeneffekt: Ich habe nicht nur einen Maschenmarkierer, sondern zugleich noch einen Rundenzähler. Bei anderen Projekten sind es in je nach Muster mal die Länge des Rapports, oder in glatt rechts in Reihen häufig 4, manchmal auch eine andere gerade Zahl. Hier z.B. habe ich bei einer Raglanjacke die Raglanlinien markiert und zähle zugleich jeweils 6 Reihen ab, um die Zunahmen an den vorderen Kanten in jeder 6. Reihe richtig zu platzieren. Der Wollrest sollte dabei nach Möglichkeit nicht allzu lang sein, um nicht im Weg zu hängen. Alternativ kann man das lange Ende zu einem Knäuelchen wickeln und mit einer Sicherheitsnadel fixieren. Klar kenne ich die, aber bisher nur vom Patentmuster. Beim Stöbern auf Ravelry fand ich zartere Lace-Arbeiten, die ein wenig an Spinnweben erinnern. Die meisten der kostenlosen Anleitungen, in die ich hineingeguckt habe, waren allerdings für die Strickmaschine und mir unverständlich. Also habe ich selbst ein wenig experimentiert: Und im Gegenlicht: Gestrickt habe ich es so:
1. Reihe (Hinreihe): jede 2. Masche mit Umschlag abheben, restliche Maschen links stricken 2. Reihe (Rückreihe): die Maschen mit Umschlag ein weiteres Mal mit Umschlag abheben, restliche Maschen rechts stricken 3. Reihe: die Maschen mit den beiden Umschägen ein drittes Mal mit Umschlag abheben, restliche Maschen links stricken 4. Reihe: die Maschen inkl. der drei Umschlägen rechts stricken, restliche Maschen mit Umschlag abheben 5. Reihe: die Maschen mit Umschlag ein weiteres Mal mit Umschlag abheben, restliche Maschen links stricken 6. Reihe: die Maschen mit den beiden Umschägen ein drittes Mal mit Umschlag abheben, restliche Maschen rechts stricken 7. Reihe: die Maschen inkl. der drei Umschlägen links stricken, restliche Maschen mit Umschlag abheben ... ab dann immer so weiter wie Reihe 2 bis 7. Die Rückseite sieht in diesem Fall sehr unspektakulär aus. Für einen Schal oder ähnliches scheint dieses Muster deshalb weniger geeignet. Meine letzten Experimente zu Dreieckstüchern (der Rundum-Icord und die von der langen Seite her gestrickte Probe) hatten einen Pferdefuß: Ich mag diese "Geodreieck-Form", also rechtwinklige gleichschenklige Dreiecke, eigentlich bei Tüchern gar nicht so gern. Viel schöner zu tragen finde ich schmalere Dreiecksformen, wie z.B. den Shifting-Stripes-Shawl, den ich ja schon ganz oben auf der Liste habe. Ich habe also ein paar Vorübungen dazu gemacht. Zwei Veränderungen standen sehr schnell fest: Ich werde mit Doppelmaschen wenden, und ich werde die randlichen Zunahmen aus dem Querfaden (im Original also die Umschläge) verschränkt abstricken. Beides hilft, Löcher zu vermeiden, und ich habe das so oder so ähnlich auch in anderen Blogs schon gefunden. Als richtig großes Problem erwies sich der Abschluss an den seitlichen Rändern, die beim fertigen Tuch die lange Seite bilden. Die Originalanleitung sieht einen Perlrand vor, wobei auf der Seite mit dem Farbwechsel der passive Faden über zwei Reihen hochgeführt wird. Schöner stelle ich mir einen linken Icord vor, in etwa so wie beim "Geodreiecks-Tuch" auf der Zunahmeseite mit beiden Fäden gestrickt: Hier wäre sogar die zweifache Länge fein, also immer mit beiden Fäden gestrickt, weil der Rand in diesem Fall ja noch länger ist. Für die Seite mit dem Farbwechsel ist das perfekt, aber auf der anderen gibt es nur einen Faden, also ist es dort nicht ohne weitere Verrenkungen umsetzbar. Als Alternative habe ich einen einfachen Icord ausprobiert. Gegenüber dem Perlrand hat der Icord den Vorteil, dass der passive Faden innen unsichtbar mitgeführt werden kann, was sehr charmant ist. Aber der Icord muss extremst locker gestrickt werden, und es ist schwer, das halbwegs gleichmäßig zu bewerkstelligen. Diese Lösung habe ich also wieder verworfen. Nächster Versuch: Die Icords immer doppelt stricken, also in der Rückreihe wie gewohnt abheben, wenden und auf der Vorderseite mit dem aktiven Faden einmal stricken, zurück auf die linke Nadel und mit dem aktiven Faden ein weiteres Mal stricken. Auch hier lässt sich der passive Faden bestens im Icord verstecken, und es ist von der Länge her stimmiger. Leider hat es aber die starke Neigung, direkt neben dem Icord löchrig zu wirken. Nun denn, wenn es wirklich gar nicht anders geht, muss ich eben für die Seite ohne Farbwechsel ein drittes Knäuelchen hinzunehmen, um auf beiden Seiten einen zweifädigen Icord stricken zu können wie oben im Bild. Seufz. Zu diesem Zweck würde ich den Farbwechsel auf die Seite mit den breiteren Streifen verlegen und auf der mit den schmalen einen zusätzlichen Faden in der Farbe ohne Farbverlauf einsetzen. Nachtrag: Alle meine Bemühungen haben nichts genützt, die Icords wollten einfach nicht zufriedenstellend gelingen. Ein mit beiden Fäden gestrickter Perlrand ist einigermaßen ok und wird zumindest auf beiden Seiten annähernd gleich, erfordert aber auch das Hantieren mit drei Knäueln und sieht eher akzeptabel als richtig schön aus. Es scheint an der Zeit, das Projekt auf Eis zu legen. Hier noch mein Probeläppchen, bevor es zum gefühlt hundertsten Mal wieder geribbelt wird. Die lange Kante mit dem doppelfädigen Perlrand ist nicht wirklich gleichmäßig geworden. Sehr schick finde ich aber den Abkett-Icord an den anderen Seiten. Diesmal kein linker, sondern ein kraus rechter. Das hat eine schön plastische Struktur und ist elastischer als ein Icord aus nur rechten oder nur linken Maschen. Gut möglich, dass der in einem zukünftigen Projekt zum Einsatz kommt. Perfekte Socken haben für mich
Stricke ich mit einem elastischen Maschenanschlag von oben, muss ich die letzten Maschen der Spitze mit den zuvor stillgelegten im Maschenstich vernähen, was lästig ist. Abgesehen davon mache ich das nicht so gern, weil mir die Spitze von unten nach oben sauberer gelingt als von oben nach unten. Stricke ich aber von unten nach oben, ist der einzige Abschluss, der mir wirklich gefällt, italienisch (tubular) abgekettet. Und das heißt letztlich nichts anderes, als die Kante im Maschenstich zu vernähen. Dritte Möglichkeit: Ich stricke das Bündchen von oben und die Spitze von unten, aber dann muss ich natürlich unweigerlich beide Teile irgendwo - ihr ahnt es sicher - mit Maschenstich zusammennähen. Um es positiv zu sehen: Immerhin bin ich dadurch inzwischen extrem routiniert im früher so verhassten Maschenstich. Aber nervig ist es eben doch, und ich sehe keinen Ausweg aus dem Dilemma. Klar, ich können eine Rüschenkante stricken, aber ich möchte gar keine Rüschensocken tragen. Oder ich könnte auch auf eine andere Art von Spitze umsatteln, aber dann wären die Socken nach meinem persönlichen Empfinden eben nicht mehr perfekt. Eieiei, Perfektionismus kann eine echte Nervensäge sein! Im letzten Post hatte ich angekündigt, dass ich eine einfache Art zeigen wollte, die Zacken eines Drachenschwanz-Schals gefällig zu verteilen, so dass er eine symmetrische Grundform bekommt. Also los! Die erste Frage ist: Wie groß möchtest du die Zacken haben? Zähle in deiner Maschenprobe aus, wie viele Reihen das sind. Du musst auf eine gerade Anzahl kommen, weil du ja immer Hin- und Rückreihe stricken muss, um wieder an derselben Kante zu sein. Also rundest du ggf. entsprechend auf oder ab und misst die Länge aus, die diese Anzahl von Reihen in der Höhe ergibt. Praktisches Beispiel: In deiner Maschenprobe ergeben 22 Maschen und 28 Reihen ein Quadrat von 10 cm x 10 cm. Die Kanten deiner Zacken (an der linken, immer gleich langen Seite) sollen ca. 4,5 cm lang sein. Das entspricht in deiner Maschenprobe knapp 13 Reihen. Du kannst nun wählen, ob deine Zacken 12 Reihen oder 14 Reihen lang stricken möchtest. 14 Reihen wären 5 cm hoch, 12 Reihen ca. 4,3 cm. Im nächsten Schritt misst du aus, wie viele Maschen in der Breite dieselbe Länge ergeben. In unserem Praxisbeispiel haben wir uns für 14 Reihen (5 cm) entschieden, das wären 11 Maschen. Etwa so viele Maschen solltest du im ersten Teil am Ende jeder Zacke abketten, damit die Zacken gleichmäßig werden. Wichtig ist, dass das nicht ganz exakt sein muss und dass du hiermit auch Einfluss darauf nehmen kannst, wie breit dein Drachenschwanz wird. Nimmst du einen kleineren Wert, wird der Schal breiter, mit einem größeren schmaler. Am Ende der ersten Zacke sollten maximal die Hälfte der Maschen abkettet werden. In unserem Praxisbespiel haben wir z.B. am Ende der ersten Zacke 18 Maschen (4 angeschlagene und 14 zugenommene), und ketten nur 9 Maschen ab anstatt 11. Um einen sanften Übergang zu schaffen, können wir am Ende der zweiten Zacken 10 Maschen abketten und ab dann jeweils 11. Praktisch finde ich eine kleine Tabelle, in der die Zu- und Abnahmen vermerkt werden und die Gesamtzahl der Maschen: Eingetragen werden müssen hier nur die gelb hinterlegten Wert, die Gesamtzahl lässt sich bequem per Formel berechnen. Jetzt kann es tatsächlich schon losgehen. Nun wird die gewünschte Länge des Drachenschwanz-Schals wichtig. Du strickst so lange weiter, bis auf der Zunahmeseite (also dem glatten Rand ohne Zacken) die Hälfte dieser Länge erreicht ist. Da die Reihen schräg verlaufen, ist auf der Zunahmeseite die Mitte erreicht, auf der Zackenseite jedoch noch nicht. Du solltest dir außerdem notieren, wie viele Zacken du bis jetzt gestrickt hast. Schlage das Dreieck mit der Nadel drin senkrecht zur geraden Zunahmekante um: Anschließend ziehst du gedanklich von der Spitze dieses umgeschlagenen Dreiecks eine Linie, wieder senkrecht zur oberen, geraden Kante: So viele Zacken, wie rechts dieser Linie liegen, wirst du noch stricken, bis du auch auf der Zackenseite die Mitte erreicht hast. An dieser Stelle soll die gleiche Anzahl Maschen abgekettet werden wie pro Zacke zugenommen werden. Im grafischen Beispiel wären das 4. Wäre dies unser Drachenschwanz mit 14 Zunahmen und 11 Abnahmen pro Zacke, würden wir in der nächsten Zacke noch ein letztes Mal 11 Maschen abketten, in der übernächsten 12, dann 13 und dann 14. Juchuu, Bergfest! Genaugenommen hast du sogar schon mehr als die Hälfte deines Drachenschwanzes gestrickt, weil du auf der geraden Seite ja schon über die Hälfte bist. Es gilt nun noch so viele Zacken auf der restlichen Länge zu verteilen, wie wir in der ersten Hälfte auf der Zunahmeseite gestrickt haben, abzüglich derer, die wir danach bis zur Mitte auf der Zackenseite gestrickt haben. Im Beispiel: 14 Zacken - 4 Zacken = 10 Zacken. Ich kette im folgenden als groben Richtwert pro Zacke ein oder bei dünnem Garn und großen Zacken zwei Maschen mehr ab, prüfe aber anhand der Tabelle ganz gern, wie gut das aufgeht. Im unserem Beispiel passt es zufällig perfekt. Andernfalls plane ich die Abnahmen so, dass keine allzu großen Sprünge darin sind, wobei das allerletzte Abketten auch ein paar Maschen mehr umfassen kann. |
MeSonst blogge ich manchmal über Essen (mit und ohne Pilze). Aber jetzt kam wieder einmal die Wolle über mich. Archiv
Februar 2026
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