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Im Lauf der letzten Wochen (seit kurz nach der Walpurgisnacht) sind einige kleine Hexen entstanden bzw. noch in Entstehung, die ganz wunderbar dazu geeignet sind, kleine und kleinste Reste von Wolle und Stoffen zu verwerten. Es lassen sich alle möglichen Techniken einsetzen, ob Häkeln, Nähen, Stricken, Filzen und natürlich auch Spinnen und Färben. Das Grundgerüst, also quasi das Skelett, wird aus Draht in verschiedenen Stärken gebogen, der Kopf besteht aus zwei zusammenpassenden Hälften einer Walnussschale, die Haare aus Spinnfasern. Hier ist es weißes Tencel, und ich finde, es passt sehr gut zu ihr. Bei der Kleidung kann man seiner Fantasie dann ganz freien Lauf lassen und so viel oder wenig Aufwand treiben wie gewünscht. Mit den Stricksocken habe ich es hier vielleicht etwas übertrieben, das würde ich nicht wieder tun. Hexe Nr. 2 ist rothaarig (mit Färberkrapp und Walnuss gefärbte Bergschafwolle) und winterlich gekleidet, mit Stiefelchen anstatt der Pantoffeln und einem dicken Schal. Ein passender Stoff für ihren Überrock fehlt mir noch, und natürlich der Hut. Ich finde sie alle beide ganz bezaubernd.
Eine dritte soll auf jeden Fall noch entstehen, bei der ich gern vollständig auf synthetische Materialien verzichten will, inkl. Dextrinkleber statt herkömmlicher Klebstoffe und Natur- statt Säurefarben. Wodurch ich die Nylonschnur zum Aufhängen ersetzen werde, weiß ich noch nicht, evtl. ein dünnes Seidengarn oder feiner Draht. Vielleicht schaffe ich es irgendwann, noch eine kleine Anleitung dazu herunterzuschreiben.
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Die Plattform Ravelry steckt voll von Kaninchenlöchern, aus denen es kein Entrinnen gibt... Es wird vielfach gesagt, dass handgesponnene Garne und insbesondere stärker texturiertes oder sonstiges "Art yarn" beim Weben besonders gut zur Geltung käme. Zuletzt etwas gewebt habe ich ungefähr zu Grundschulzeiten, in der Schule auf einem Stück mit Wolle umwickelter Pappe. Später habe ich mir sogar einen Schulwebrahmen als Weihnachtsgeschenk erbettelt, der aber im Lauf der Jahre sonstwo gelandet ist. Trotzdem, ich wollte es wissen. Einfache Leinwandbindung ("Ein drüber, ein drunter") sollte es werden, und weder Kettfaden noch Schussfaden dominierend, sondern möglichst ausgeglichen. Außerdem wollte ich die Idee testen, zwei in entgegengesetzter Drehrichtung versponnnene Single-Garne - also unverzwirnt und damit nicht ausbanciert - einzusetzen, um insgesamt ein ausgeglichenes Gewebe zu erhalten, was sich hinterher noch leicht anfilzen lässt. Das scheint recht gut gelungen, und es hat auch einigermaßen geklappt, die Breite konstant zu halten. Meine Frühwerke habe ich als immer sehr trapezförmig oder mit stark tailliert in Erinnerung. Leider ist das ganze mit nur ca. 1m x 16 cm für einen Schal zu kurz geraten und harrt nun seines weiteren Einsatzes. Die Grundplatte meiner provisorischen Konstruktion ist bogenförmig mit Draht fixiert, an den Kanten mit der Zackenschere abgeschnittene Pappstreifen befestigt, und das Schiffchen ebenfalls aus Pappe zurechtgeschnitten.
Kürzlich habe ich irgendwo gelesen, dass das Weben mit manuellem Ein-drüber-ein-drunter für kleinere Kinder besser geeignet wäre, weil Gatterkamm oder ähnliche Techniken, um das Fach über die ganze Breite gleichzeitig zu öffnen, für sie zu abstrakt wären. Ich kann nur sagen: Aus dem Entwicklungsstadium bin ich definitv raus! Ich hatte in der einen Richtung den Metallstab oben im Bild dauerhaft drinliegen, in der anderen hieß es durchfädeln, was fehlerträchtig und mühsam war. Ich halte die Augen offen nach einem preiswerten gebrauchten Webrahmen oder Webstuhl in für mich günstiger Erreichbarkeit. Inzwischen färbe ich fast nur noch mit Lebensmittelfarbe, weil die so schön einfach und unkompliziert, immer verfügbar und ergiebig ist und die Färbung je nach Vorgehensweise nur wenig Energie verbraucht. Aber es gibt gute Gründe, es doch mal wieder mit Naturfarben zu versuchen. Der wohl überzeugendste: pflanzliche Fasern, für die Säurefarben schlicht nicht funktionieren. Indigo hingegen färbt auch pflanzliche Fasern ausgezeichnet. In der Vergangenheit hatte ich zwar nur mit Natriumdithionit (Entfärber) wirklich Erfolg, aber in einer Färbegruppe auf Ravelry habe ich Kontakt zu zwei Naturfärberinnen, die sehr erfolgreich mit Urinküpen färben. Sie sagen, nach einiger Zeit würden die nicht mehr stinken, aber am Anfang eben schon, und zwar wirklich bestialisch. Zum Glück ist unser Grundstück groß, und mein Eimer hat einen dicht schließenden Deckel. Ich habe also frohgemut und ohne allzu viel Vorab-Recherche eine gute Menge getrocknete Färberknöterichblätter in einem Netz im Eimer versenkt, diesen wiederum in einem kürzlich aufgesetzten Heißkompost, und einmal am Tag geguckt, was sich so tut, und mit einem ausgedienten Pfannenwender ein bisschen auf dem Netz herumgedrückt. Als es - oder war das nur eingebildet? - eine Ahnung eines metallischen Films auf der Oberfläche gab, habe ich ein Reststück Wolle kurz hineingehängt. Nichts, kein Anflug von Blau. Den Faden habe ich wieder in den Eimer geworfen und Expertinnenrat gesucht. Ich bekam eine sehr ausführliche Erklärung, dass ich anscheinend so ziemlich alles falsch gemacht hätte, was nur geht: Die Temperatur dürfe 50° nicht übersteigen (im Komposthaufen sind es 60-70°), man könne nicht mit getrockneten Blättern färben, sondern diese hätten nach der Ernte fermentiert werden müssen, und ich bräuchte Indigopulver, um in einer Urinküpe blau zu färben. Um das Indigo aus den getrockneten Blättern zu extrahieren, wurde ich auf ein recht interessantes Video von Michel Garcia verwiesen, in dem er mit heißem Wasser, Holzasche plus Löschkalk (also starker Lauge) und Fructose als Reduktionsmittel arbeitet: https://www.youtube.com/watch?v=wEH1OMvTuQM Nun ja, den Gestank hatte ich ohnehin satt, ich beschloss also, das vermeintlich ohnehin zum Scheitern verurteilte Experiment abzubrechen. Die Blätter wollte ich spülen und später ähnlich wie in dem Video vorgehen, um doch noch an das enthaltene Indigo zu kommen. Beim Herausfischen des Netzes erwischte ich auch den Testfaden, und (Schnappatmung) ... an der Luft ... färbte er sich zwar nicht blau, aber ganz deutlich grün. Heureka! Dass ich kein Blau erhalten habe sondern Grün liegt an den flavinoiden gelblichen Farbstoffen, die ebenfalls in den Blättern enthalten sind. Und durch wiederholtes Eintauchen hätte sich die eher blasse Farbe sicherlich intensivieren lassen, aber ich war froh, dass die Wolle nach zweimaligem Spülen in Regenwasser wieder geruchsneutral war. Fazit: Es funktioniert, aber es ist nichts für empfindliche Nasen, und mir ist aktuell nicht nach einer Fortsetzung oder Wiederholung zumute. Ich hoffe, dass ich den gelösten Farbstoff ausfällen und herausfiltern kann, um ihn dann in einer anderen Küpe zu verwenden. Zuckerküpen scheinen mir vielversprechend für Pflanzenfasern (das Redoxpotential von Fructose und Glucose nimmt mit steigendem pH-Wert zu, meint das Internet), und falls ich mal Seide, Wolle oder Mischungen mit Indigo färben will, würde ich wohl auf eine Fermentationsküpe setzen.
... und wie jedes Jahr droht uns der Garten über den Kopf zu wachsen. Zum Spinnen bin ich nur wenig gekommen. Knapp 50 g Lacegarn aus Tencel sind entstanden, und Tencel pur fand ich tatsächlich viel angenehmer zu verspinnen als die schlecht gemischte Tencel/BFL-Mischung, die ich zuerst verarbeitet hatte. Es lässt sich quasi wie Kaugummi ausziehen, vergleichbar mit Seide, und ist mit knapp 1100m/100g wahrscheinlich das feinste Garn, was ich bisher gesponnen habe. Auch der Glanz ist toll, nur die Farbe schwierig, weil ich kein Weiß trage, aber mein Allheilmittel Lebensmittelfarbe nur auf Proteinfasern funktioniert.
Deshalb kündigt sich ein Ausflug zurück in die Welt der Naturfarben an. Es gibt einige ungewöhnliche Designs, die auf Kreisen basieren, wie z.B. Stulpen in dieser Art, auf die ich in Utes Blog stieß, oder die Mütze "Circle & Square". Erstere hatte ich sogar schon einmal halbherzig angenadelt, war aber mit dem Kreisanfang nicht zufrieden. Nun mit etwas Garnresten erneut ausprobiert, und so passt es für mich: Je 2 Maschen auf oberer und unterer Nadel per "Magic Cast On" anschlagen (4 M.) 1. Runde: alle Maschen symmetrisch verdoppeln, dabei auf 4 Nadeln eines Nadelspiels verteilen (4x2 = 8 M.) 2. Runde: glatt rechts 3. Runde: 1 re., 1 links geneigte angehobene Zunahme aus dieser, 1 rechts geneigte angehobene Zunahme aus der nächsten Masche auf der linken Nadel, 1 re., für alle Nadeln wiederholen (4x4 = 16 M.) 4. Runde: glatt rechts 5. Runde: 1 re., 1 links geneigte angehobene Zunahme aus dieser, 1 rechts geneigte angehobene Zunahme aus der nächsten Masche auf der linken Nadel, 2 re., 1 links geneigte angehobene Zunahme aus dieser, 1 rechts geneigte angehobene Zunahme aus der nächsten Masche auf der linken Nadel, 1 re., für alle Nadeln wiederholen (4x8 = 32 M.) 6.-8. Runde: glatt rechts Ab jetzt jeweils paarweise Zunahmen wie in Runde 5 nach dem ersten Viertel und nach dem dritten Viertel der Maschen auf jeder Nadel, dann 3 Runden glatt rechts wie Runde 6-8. Genaugenommen ist das gar kein Kreis, sondern ein Achteck, aber für die allermeisten Anwendungsfälle scheint es mir so vollkommen ausreichend. Möchte man es noch runder, könnte man an doppelt so vielen (16) Stellen zunehmen, aber nur halb so oft (jede 8. Runde).
Was aber wichtig werden könnte: je nach Verhältnis von Maschenbreite zu Höhe ergibt sich keine komplett ebene Fläche, sondern der Kreis ist mehr oder weniger stark schüsselförmig (geometrisch genaugenommen kegelförmig, aber Gestricktes ist ja nicht steif wie z.B. Papier). Ich habe dasselbe Zunahmemuster benutzt wie beim Standard-Raglan, nämlich 16 Maschen alle 4 Reihen, was exakt dem Raglan-Rezept von 8 Maschen in jeder 2. Reihe entspricht. Komplett flach wird das nur dann, wenn die Maschen doppelt so breit wie hoch sind, das ist aber selten der Fall. In einem älteren Blogpost hatte ich mich ausführlicher damit beschäftigt. Hierfür will ich mir noch eine kleine Hilfstabelle machen, um die ideale Verteilung der Zunahmerunden schnell nachschlagen zu können. Update: Und noch ein paar Links, weil ich einige der Techniken selbst immer wieder nachschlagen muss. Judy's Magic Cast On (Schritt-für-Schritt-Anleitung, deutschsprachig) Symmetrische Zunahme (Video und deutscher Text) Angehobene Zunahme (Schritt-für-Schritt-Anleitung, deutschsprachig) Im Ravelry-Forum stieß ich außerdem noch auf den Tipp, etwas weiter außen im Kreis mit provisorischem Maschenanschlag zu beginnen und die Mitte später von außen nach innen mit Abnahmen zu stricken. Ob mich das optisch zufriedenstellen würde, weiß ich nicht, einfacher als die Fummelei mit den ersten 2 Runden ist es ziemlich sicher. Korrektur: Moment, diese Stulpen können es nicht gewesen sein. Da ist die Kreismitte ja gar nicht geschlossen, sondern formt die Öffnung für den Daumen. Entweder es war eine andere Anleitung, oder ich bringe alles komplett durcheinander. Und noch eine Korrektur: Geometrisch war ich da nicht so ganz auf der Höhe. Ein Kreis benötigt theoretisch etwas weniger Zunahmen als ein Quadrat oder Rechteck, weil der Umfang in Relation zum Abstand von der Mitte weniger stark zunimmt als bei eckigen Formen. Im Ravelry-Forum, wo ich mich ja seit einiger Zeit recht viel herumtreibe, habe ich ein nettes Muster gefunden. Das ist die Anleitung (englischsprachig): https://newstitchaday.com/double-knit-fabric-stitch/ Es ergibt eine wundervoll voluminöse Textur. Auf der Vorderseite sind praktisch nur die rechten Hebemaschen sichtbar: Auf der Rückseite verlaufen Schlaufen wie von linken Maschen: Dabei hat es im Gegensatz zu glatt rechts nahezu keine Tendenz, sich an den Rändern einzurollen.
Ich könnte mir das recht gut für eine superwarme Winter-Kuscheljacke vorstellen, aus möglichst luftigem, dabei aber nicht allzu dickem Garn, damit das Kleidungsstück nicht gar zu schwer wird. Verkürzte Reihen klappen prima mit Wickelmaschen, wenn man auf Vorder- und Rückseite jeweils die Maschen zwischen den Hebemaschen, also die rechts gestrickten umwickelt. Ähnlich wie bei kraus rechts muss der Wickel dann gar nicht aufgenommen und mitgetrickt werden, er verschwindet quasi unsichtbar im Muster. Doppelte (also zwei direkt benachbarte) angehobene Zunahmen gehen auch, aber je nach Strickstück könnte ich mich da evtl. auch für eine andere Methode entscheiden. Die Ränder dürften gern ebenfalls voluminös sein. Seitlicher Icord über 2 Maschen und das im Englischen als "Double chain" oder "Chinese waitress bind off" bezeichnete passen gut. Icord-Abketten wäre eine Alternative, wenn die Kante mehr Festigkeit haben soll. Die nächste Faser bzw. Fasermischung aus meinem vorweihnachtlichen Überraschungspaket war ein BFL-Tencel-Mix. Die habe ich vor dem Spinnen eingefärbt, um die beiden Fasern besser unterscheiden zu können und zu sehen, wie gut sie durchmischt waren. Sehr wenig, wie man sieht. Ich habe versucht, sie durch "Pre-drafting" (ein deutscher Begriff dafür ist mir nicht bekannt) noch weiter zu homogenisieren. Das hat zumindest einigermaßen funktioniert, es gibt im fertigen Garn keine oder kaum Bereiche, die komplett aus dem weißen Tencel bestehen. Tencel, also eine viskoseähnliche Kunstfaser aus Cellulose, verhält sich beim Ausziehen etwas anders als Schafwolle. Es fällt mir schwer, das genau in Worte zu fassen, und es ist auch nicht so, dass sie sich nicht ausziehen ließe, aber es fühlt sich anders an. Die erste Hälfte hatte ich schon im Januar versponnen, die zweite dann jetzt. Beim Verzwirnen habe ich eine Weile versucht, Tritte zu zählen (diesmal auf die korrekte Garnlänge), bin aber schon bald wieder dazu übergegangen, intuitiv zu zwirnen und nur den Drallwinkel zu beobachten. Der ist nicht 100% einheitlich, aber insgesamt ist das Garn nahezu ausgeglichen. Die Garnstärke ist mit dem Seiden-Lacegarn vergleichbar, aber Tencel ist eine vergleichsweise schwere Faser, so dass ich nur auf ca. 450 m / 100 g gekommen bin. Dann habe ich es gleich von der Spule herunter kurz angestrickt in meinem beidseitig gleichen Ajourmuster, ein "One-Row-Pattern", wie ich bei Ravelry gelernt habe. Eventuell wäre das etwas für einen Moebius-Schal. Ich habe sowohl Tencel als auch BFL noch pur, könnte also alternativ auch sebst mischen und noch mehr spinnen, um genug Menge für einen Pullover zusammenzubekommen.
Nachtrag: Leider ein Denkfehler, schade! Das schöne beidseitige Muster ist natürlich zum Stricken in Runden vollkommen ungeeignet, sowohl normal als auch als Moebiusband. Und als Schal, wofür ich es ursprünglich entworfen habe, funktioniert es auch nicht perfekt, weil Lochmuster eher eine leichte Dehnung in der Breite vertragen, sich Schals aber in die Länge ziehen. Es ist geschafft. Vorläufig zumindest. Und ich halte es für so ziemlich den bestmöglichen Einsatz der blau-grün gesprenkelten, als Singlegarn sehr fluffig-weichen Chubut-BLF-Mischung. Der Kontrast in der Transparenz hätte für meinen Geschmack noch stärker sein können. Man erkennt ihn eigentlich nur im Gegenlicht so richtig deutlich, und es ist ja (leider? - auch noch mal eine Idee...) keine Gardine. Mit dem Farbkontrast bin ich soweit zufrieden. Die unterschiedliche Textur der Garne finde ich auch gut, sie könnte aber durch Materialwahl und Spinnweise noch stärker herausgearbeitet werden. Ebenfalls harmonisch finde ich das Zusammenspiel der Plastizität der verschiedenen Muster. Ob ich beim nächsten Mal mehr Chichi (Glitzer, eingesponnene oder eingestrickte Perlen o.ä.) wollen würde, möchte gut durchdacht sein. So recht verträgt sich das nicht mit meinem Bestreben, nach Möglichkeit auf Kunststoffe zu verzichten. Glitzer-Beilaufgarn gibt es immerhin aus einer viskoseähnlichen Kunstfaser plus Metall, aber das wird vermutlich auch farbig beschichtet sein, und womit ist in der Regel nicht in Erfahrung zu bringen. Für Rocailles gilt ähnliches. Echte Süßwasser-Zuchtperlen oder Halbedelsteine wie Peridot, Granat o.ä. könnten eine plastikfreie Alternative sein. Das Design (wie viele von Ute) finde ich insgesamt sehr gelungen, spannend und ungewöhnlich. Mein einziger wirklicher Kritikpunkt sind die Ränder in den Bereichen mit den Wellenlinien. Bei den größeren (in der Anleitung Abschnitt 8 und 12) kommen über den mittleren Bereich nach meiner Zählung 58 Reihen zusammen, an den Seiten sind es dagegen nur 34, also nur etwas mehr als die Hälfte. Das führt dazu, dass sich entweder die Ränder zusammenziehen oder die Randmaschen furchtbar langgezogen werden müssen. Das würde ich definitiv anders machen wollen, sofern ich das Tuch noch einmal stricke. Evtl. die Wellenform bis in den Rand hinein durchziehen? Das erfordert natürlich einiges an Planung und möglichst auch Charts, aber die hatte ich mir ohnehin schon gemacht, weil ich eher visuell orientiert bin. Womit ich jedoch bei meiner Ausführung sehr hadere, ist definitiv die Größe. Die schmalere Variante ist für die Verwendung als Schultertuch/Stola, wie ich mir das vorgestellt hatte, ein bisschen zu schmal, vor allem aber viel zu lang. Optionen:
So ungefähr 1/4 der Schleiertanz-Anleitung hatte ich schon aus der Chubut-Wolle gestrickt und dann doch noch einmal das Ribbelmonster zur Hilfe gerufen. Im zweiten Anlauf habe ich die schmalere Variante gewählt, weil ich Sorge hatte, dass die dünnere Wolle knapp werden könnte. Ja, die Crux mit selbstgesponnenem Garn... Das erweist sich jetzt als gute Entscheidung. Die Hälfte der Wolle ging nämlich schon im Abschnitt 9 zu Ende, während die Anleitung die Mitte erst im Abschnitt 10 vorsieht (wie Nr. 6, den ich versehentlich aber auch schon mit zwei "Popcorn-Reihen" weniger gestrickt hatte). Was also tun? Abschnitte 10 (Popcorn-Maschen) und 11 (Perlmuster bzw. per Anleitung glatt rechts) überspringen hätte dazu geführt, das als nächste Musterabschnitte schon wieder die Wellenlinien gekommen wären, und mit Überspringen der Abschnitte 10-13, also den Wellenlinien als Mitte, wäre der Schal dann sehr, sehr kurz geworden. Ich habe mich dazu entschlossen, in der Mitte des Abschnitts 9 eine einzelne Doppelreihe Popcorn-Maschen einzuarbeiten, um den regelmäßigen Wechsel zwischen denen und den Wellenlinien zu erhalten. Der zweigeteilte Abschnitt 9 bleibt dabei insgesamt etwa so lang wie die anderen Perlmuster-Abschnitte. Allzu lang wird das Schaltuch nicht werden, aber ich stelle mir ohnehin vor, es eher als Schultertuch denn als Schal zu tragen, und schiele schon nach einer passenden Tuchspange. Endlich ist mein erstes Seidengarn fertig. Ich wollte gern die rundere Erscheinung eines dreifädigen Garns erreichen. Ich habe allerdings nur 3 Spulen hier, also galt es, eines der Singlegarne ins Knäuel zu wickeln, um wieder eine freie Spule zum Verzwirnen zu haben. Da dachte ich mir, ich wickle erst zum Strang und messe dabei noch die Lauflänge. Super Idee, oder? Äh, nein, zumindest nicht, wenn der Faden noch viel aktiven Drall und es nicht gelingt, ihn ständig auf Spannung zu halten. Der sehr feine Faden verzwirnt sich dann nämlich unkontrolliert mit sich selbst, und das ist nahezu unentwirrbar. Die Aktion hat mich Stunden gekostet und mir einen fünffach gerissenen Singlefaden beschert. Lesson learnt: Wenn man mit den unverzwirnter Singlegarnen irgendetwas anstellen will (ich hatte da noch ein paar mehr Ideen...) muss der Drall möglichst vollständig eingeschlafen sein. Je tiefer der Schlaf, desto besser. Irgendwann hatte ich dann doch drei verarbeitbare Singles. Leider habe ich sie total überzwirnt, obwohl ich mir besonders viel Mühe gegeben und mitgezählt habe. Den überschüssigen Zwirndrall habe ich dann von Hand wieder entfernt, was ein paar weitere Tage gedauert hat. Das ist ein ziemlich kostbares (aber nun auch wirklich gut ausbalanciertes) Garn geworden, und ich meine jetzt mehr die Arbeitszeit als das Material. Voilà, ca. 42 g, 224 m, macht ca. eine Lauflänge 670 m / 100 g, also im Lace-Bereich. Auch mit der Strickprobe bin ich zufrieden, könnte mir es aber genauso gut zum Weben oder für Stickereien vorstellen. Update: Und inzwischen weiß ich auch, warum mir das mit dem Überzwirnen passiert ist. Vielleicht verdient das Thema tatsächlich einen eigenen Post.
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MeSonst blogge ich manchmal über Essen (mit und ohne Pilze). Aber jetzt kam wieder einmal die Wolle über mich. Archiv
Juli 2026
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